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propositio 50

Pars 3, prop 50
Latin | Appuhn - fr | Elwes - en | Peri - it | Suchtelen - nl | Peña - es | Pautrat - fr | Misrahi - fr  |  haut ^

Jedes Ding kann zufällig (gelegentlich, durch einen Nebenumstand) Ursache der Hoffnung oder der Furcht sein.

Res quaecunque potest esse per accidens spei aut metus causa.

Res quaecunque potest esse per accidens spei aut metus causa.

Une chose quelconque peut par accident être cause d'Espoir ou de Crainte. (Appuhn - fr)

Anything whatever can be, accidentally, a cause of hope or fear. (Elwes - en)

Una cosa qualsiasi può essere per accidens, cioè indirettamente e casualmente, cagione di Speranza o di Timore. (Peri - it)

Ieder ding, wat ook, kan bij gelegenheid oorzaak van Hoop of Vrees zijn. (Suchtelen - nl)

Cualquier cosa puede ser, por accidente, causa de esperanza o de miedo. (Peña - es)

N'importe quelle chose peut être par accident cause d'Espérance ou de crainte. (Pautrat - fr)

Tout objet peut être par accident cause d'Espoir ou de Crainte. (Misrahi - fr)

demonstratio par 3, prop 15  |  3, post 1  |  3, prop 14  |  3, prop 11, sc   |  3, prop 18, sc 2

Latin | Appuhn - fr | Elwes - en | Peri - it | Suchtelen - nl | Peña - es | Misrahi - fr

3, prop 50, demo  - Dieser Lehrsatz wird ebenso bewiesen wie Lehrsatz 15 dieses Teils. Vergleiche diesen zugleich mit der Anmerkung zu Lehrsatz 18 dieses Teils.

3, prop 50, demo  - Haec propositio eadem via demonstratur qua propositio 15 hujus, quam vide una cum scholio II propositionis 18 hujus.

3, prop 50, demo  - Cette Proposition se démontre par la même voie que la Proposition 15 ; la voir en même temps que le Scolie 2 de la Proposition 18. (Appuhn - fr)

3, prop 50, demo  - This proposition is proved in the same way as III. xv., which see, together with the note to III. xviii. (Elwes - en)

3, prop 50, demo  - Questa Proposizione si dimostra col medesimo procedimento seguìto per la Prop. 15 di questa Parte. Si veda anche il Chiarim. 2° della Prop. 18 di questa stessa Parte. (Peri - it)

3, prop 50, demo  - Deze stelling wordt langs denzelfden weg bewezen als Stelling XV van dit Deel. Men zie tegelijk met deze de Opmerking bij Stelling XVIII van dit Deel. (Suchtelen - nl)

3, prop 50, demo  - Esta Proposición se demuestra por la misma vía que la Proposición 15 de esta Parte, que debe verse junto con el Escolio 2 de la Proposición 18 de esta Parte. (Peña - es)

3, prop 50, demo  - Cette Proposition se démontre de la même façon que la Proposition 15 de cette Partie, qu'on verra en même temps que le Scolie de la Proposition 18 de cette Partie. (Misrahi - fr)

3, prop 15 - Jedes Ding kann zufällig (gelegentlich, durch einen Nebenumstand) Ursache der Lust, Unlust oder Begierde sein.

3, post 1 - Der menschliche Körper kann auf viele Weisen erregt werden, durch welche sein Tätigkeitsvermögen vermehrt oder vermindert wird, aber auch auf viele andereWeisen durch welche sein Tätigkeitsvermögen weder vermehrt noch vermindert wird.

3, prop 14 - Wenn der Geist einmal von zwei Affekten zugleich erregt gewesen ist, so wird er, wenn er später von einem derselben wieder erregt wird, auch von dem andern wieder erregt werden.

3, prop 11, sc  - Wir sehen daher, daß der Geist große Veränderungen erleiden und bald zu größerer, bald zu geringerer Vollkommenheit übergehen kann. Diese Leiden erklären uns die Affekte der Lust und Unlust. Unter Lust verstehe ich daher im nachstehenden ein Leiden, durch welches der Geist zu größerer Vollkommenheit übergeht; unter Unlust dagegen ein Leiden, durch welches der Geist zu geringerer Vollkommenheit übergeht. Ferner nenne ich den Affekt der Lust, der sich auf Geist und Körper zugleich bezieht, Wollust oder Wohlbehagen; den Affekt der Unlust aber Schmerzoder Mißbehagen. Doch ist zu bemerken, daß Wollust
und Schmerz auf den Menschen bezogen werden, wenn einer seiner Teile mehr als die übrigen erregt ist, Wohlbehagen und Mißbehagen aber, wenn alle gleichmäßig erregt sind. Was ferner Begierde ist, habe ich in der Anmerkung zu Lehrsatz 9 dieses Teils erklärt. Außer diesen dreien erkenne ich keinen Haupteffekt an; und ich werde im folgenden zeigen, daß alle übrigen aus diesen dreien entstehen. Bevor ich aber weitergehe, möchte ich den 10. Lehrsatz dieses Teils ausführlicher erläutern, um besser verständlich zu machen, auf welcheWeise eine Idee mit einer andern inWiderspruch steht. In der Anmerkung zu Lehrsatz 17, Teil 2, habe ich gezeigt, daß die Idee, welche dasWesen des Geistes ausmacht, die Existenz des Körpers so lange in sich schließt, als der Körper selbst existiert. Ferner folgt aus dem, was ich im Zusatz zu Lehrsatz 8, Teil 2, und in dessen Anmerkung ausgeführt habe, daß die gegenwärtige Existenz unseres Geistes davon allein abhängt, daß der Geist die wirkliche Existenz des Körpers in sich schließt. Endlich habe ich gezeigt, daß das Vermögen des Geistes, wodurch er die Dinge vorstellt und sich ihrer erinnert, auch davon abhängt (s. die Lehrsätze 17 und 18 des 2. Teils mit der Anmerkung), daß er die wirkliche Existenz des Körpers insich schließt. Hieraus folgt, daß die gegenwärtige Existenz des Geistes und sein Vorstellungsvermögen aufgehoben wird, sobald der Geist die gegenwärtige Existenz des Körpers zu bejahen aufhört. Die Ursache aber, weshalb der Geist diese Existenz des Körpers zu bejahen aufhört, kann nicht der Geist selbst sein (nach Lehrsatz 4 dieses Teils). Auch daß der Körper zu sein aufhört, kann nicht die Ursache sein. Denn (nach Lehrsatz 6, Teil 2) ist die Ursache, weshalb der Geist die Existenz des Körpers bejaht, nicht die, daß der Körper zu existieren angefangen hat; somit hört er, aus demselben Grunde, nicht auf, die Existenz des Körpers zu bejahen, weil der Körper zu sein aufhört. Dies rührt vielmehr (nach Lehrsatz 17, Teil 2) von einer andern Idee her, welche die gegenwärtige Existenz unseres Körpers und folglich auch unseres Geistes ausschließt und welche mithin mit der Idee, welche dasWesen unsres Geistes ausmacht, imWiderspruch steht.

3, prop 18, sc 2 - Durch das soeben Gesagte verstehen wir, was Hoffnung, Furcht, Zuversicht, Verzweiflung, Freude und Gewissensbiß sind. Hoffnung ist nämlich nichts anderes als unbeständige Lust, entsprungen aus der Vorstellung eines zukünftigen oder vergangenen Dinges, über dessen Ausgang wir im Zweifel sind. Furcht dagegen ist unbeständige Unlust, ebenfalls entsprungen aus der Vorstellung eines zweifelhaften Dinges.Wenn nun der Zweifel bei diesen Affekten schwindet, so wird aus Hoffnung Zuversicht, aus Furcht Verzweiflung, nämlich Lust oder Unlust, entsprungen aus der Vorstellung eines Dinges, das wir gehofft oder gefürchtet haben. Freude sodann ist Lust, entsprungen aus der Vorstellung eines vergangenen Dinges, über dessen Ausgang wir im Zweifel waren. Gewissensbiß endlich ist Unlust, welche der Lust entgegengesetzt ist.

scholium par 3, prop 18, sc 2  |  3, prop 15, cor   |  3, prop 28  |  3, prop 25

Latin | Appuhn - fr | Elwes - en | Peri - it | Suchtelen - nl | Peña - es | Misrahi - fr

3, prop 50, sc  - Die Dinge, welche zufällig Ursache der Hoffnung oder der Furcht sind, werden gute oder schlechte Vorzeichen genannt. Sofern ferner diese Vorzeichen Ursache der Hoffnung oder Furcht sind, insofern sind sie (nach der Definition von Hoffnung und Furcht, s. diese in der 2. Anmerkung zu Lehrsatz 18 dieses Teils) Ursache der Lust und Unlust, und insofern folglich (nach Zusatz zu Lehrsatz 15 dieses Teils) lieben oder hassen wir sie und sind bestrebt (nach Lehrsatz 28 dieses Teils), sie als Mittel zu dem, was wir hoffen, anzuwenden oder als Hindernisse desselben oder als Ursache der Furcht zu entfernen. Aus Lehrsatz 25 dieses Teils folgt außerdem, daß wir von Natur so beschaffen sind, daß wir leicht glauben, was wir hoffen, aber schwer, was wir fürchten, und daß wir von dem einen mehr, von dem andern weniger, als recht ist, halten. Und hieraus ist allerlei Aberglauben entstanden, von dem die Menschen allerorten aufgeregt werden. Übrigens halte ich es hier nicht für nötig, die
Schwankungen des Gemüts zu erörtern, welche aus Furcht und Hoffnung entspringen, daß ja schon aus der bloßen Definition dieser Affekte folgt, daß es keine Hoffnung ohne Furcht und keine Furcht ohne Hoffnung gibt (was ich an der geeigneten Stelle ausführlicher auseinandersetzen werde), und da wir außerdem insofern etwas lieben oder hassen, sofern wir es hoffen oder fürchten; weshalb jeder alles, was von Liebe und Haß gesagt wurde, leicht auf Hoffnung und Furcht wird anwenden können.

3, prop 50, sc  - Res quae per accidens spei aut metus sunt causae, bona aut mala omina vocantur. Deinde quatenus haec eadem omina sunt spei aut metus causa eatenus (per definitionem spei et metus, quam vide in scholio II propositionis 18 hujus) laetitiae aut tristitiae sunt causa et consequenter (per corollarium propositionis 15 hujus) eatenus eadem amamus vel odio habemus et (per propositionem 28 hujus) tanquam media ad ea quae speramus, adhibere vel tanquam obstacula aut metus causas amovere conamur. Praeterea ex propositione 25 hujus sequitur nos natura ita esse constitutos ut ea quae speramus, facile, quae autem timemus, difficile credamus et ut de iis plus minusve justo sentiamus. Atque ex his ortae sunt superstitiones quibus homines ubique conflictantur. Caeterum non puto operae esse pretium animi hic ostendere fluctuationes quae ex spe et metu oriuntur quandoquidem ex sola horum affectuum definitione sequitur non dari spem sine metu neque metum sine spe (ut fusius suo loco explicabimus) et praeterea quandoquidem quatenus aliquid speramus aut metuimus eatenus idem amamus vel odio habemus atque adeo quicquid de amore et odio diximus, facile unusquisque spei et metui applicare poterit.

3, prop 50, sc  - Les choses qui sont par accident des causes d'Espoir ou de Crainte sont appelées bons ou mauvais présages. J'ajoute que ces présages, en tant qu'ils sont une cause d'Espoir ou de Crainte, sont (Déf. de l'Espoir et de la Crainte, voir Scolie de la Prop. 18) une cause de Joie ou de Tristesse, et conséquemment (Coroll. de la Prop. 15), nous les aimons ou les avons en Haine comme tels et (Prop. 28) nous cherchons à les employer comme des moyens de parvenir à ce que nous espérons ou à les écarter comme des obstacles ou des causes de Crainte. En outre, il suit de la Proposition 25 que nous sommes disposés de nature à croire facilement ce que nous espérons, difficilement ce dont nous avons peur, et à en faire respectivement trop ou trop peu de cas. De là sont nées les superstitions par lesquelles les hommes sont partout dominés. Je ne pense pas d'ailleurs qu'il vaille la peine de montrer ici les fluctuations qui naissent de l'Espoir et de la Crainte, puisqu'il suit de la seule définition de ces affections qu'il n'y a pas d'Espoir sans Crainte ni de Crainte sans Espoir (comme nous l'expliquerons plus amplement en son lieu), et puisque, en outre, en tant que nous espérons ou craignons quelque chose, nous l'aimons ou l'avons en haine ; et ainsi tout ce que nous avons dit de l'Amour et de la Haine, chacun pourra aisément l'appliquer à l'Espoir et à la Crainte. (Appuhn - fr)

3, prop 50, sc  - Things which are accidentally the causes of hope or fear are called good or evil omens. Now, in so far as such omens are the cause of hope or fear, they are (by the definitions of hope and fear given in IIII. xviii. note) the causes also of pleasure and pain; consequently we, to this extent, regard them with love or hatred, and endeavour either to invoke them as means towards that which we hope for, or to remove them as obstacles, or causes of that which we fear. It follows, further, from III. xxv., that we are naturally so constituted as to believe readily in that which we hope for, and with difficulty in that which we fear; moreover, we are apt to estimate such objects above or below their true value. Hence there have arisen superstitions, whereby men are everywhere assailed. However, I do not think it worth while to point out here the vacillations springing from hope and fear; it follows from the definition of these emotions, that there can be no hope without fear, and no fear without hope, as I will duly explain in the proper place. Further, in so far as we hope for or fear anything, we regard it with love or hatred; thus everyone can apply by himself to hope and fear what we have said concerning love and hatred. (Elwes - en)

3, prop 50, sc  - Le cose che sono indirettamente e casualmente cagione di Speranza o di Timore sono dette buoni o cattivi presagi. In quanto questi presagi sono causa di Speranza o di Timore, in tanto (vedi le Definizioni di Speranza e di Timore, che abbiamo dato qui sopra) ci sono causa di Letizia o di Tristezza; e in tanto ancora, di conseguenza, noi li vediamo verificarsi volentieri o con avversione, e ci sforziamo di conservarli in essere come mezzi per ottenere ciò che speriamo o di eliminarli come ostacoli o come cause di Timore. Noi siamo poi per natura costruiti in modo tale (come risulta dalla Prop. 25 di questa Parte) da credere facilmente che possa accadere ciò che speriamo e difficilmente che possa accadere ciò che temiamo, e da stimare queste cose più o meno del giusto: e di qui sono nate le Superstizioni, dalle quali dappertutto gli umani sono vessati. Direi che ora non valga la pena di specificare le fluttuazioni d'animo che nascono dalla Speranza e dal Timore: dato che dalla stessa definizione di questi sentimenti risulta che non c'è Speranza senza Timore, né Timore senza Speranza, come spiegheremo più diffusamente a suo luogo; e dato inoltre che in quanto speriamo o temiamo alcunché, in tanto l'amiamo o l'odiamo; e quindi ognuno potrà applicare alla Speranza e al Timore tutto quello che abbiamo detto dell'Amore e dell'Odio. (P. III, Prop. 15; Chiarim. 2° d. Prop. 18; Prop. 28). (Peri - it)

3, prop 50, sc  - Dingen welke door toevallige omstandigheden oorzaak van Hoop of Vrees zijn, noemt men goede of kwade voorteekenen. Voorzoover nu deze voorteekenen oorzaak zijn van Hoop of Vrees, zijn zij (vlg. Definitie v. Hoop en Vrees, zie Opmerking II St. XVIII v.d. D.) oorzaak van Blijheid of Droefheid en zullen wij ze bijgevolg (vlg. Gevolg St. XV v.d. D.) in zooverre ook liefhebben of haten en (vlg. St. XXVIII v.d. D.) trachten ze, hetzij als middelen ter bereiking van wat wij hopen aan te wenden, hetzij ze als beletselen daartoe of als oorzaken van Vrees, uit den weg te ruimen. Bovendien volgt uit Stelling XXV van dit Deel dat het van nature zóó met ons gesteld is dat wij datgene wat wij hopen gemakkelijk, wat wij vreezen daarentegen liever niet gelooven en aan het eerste meer, aan het tweede minder beteekenis hechten dan gerechtvaardigd is. Hieruit is al het bijgeloof ontsproten, waardoor de menschen allerwegen worden verontrust. Overigens acht ik het niet der moeite waard hier alle schakeeringen van weifelmoedigheid te beschrijven welke uit Hoop of Vrees ontspringen; aangezien uit de Definitie dier aandoeningen alleen reeds volgt dat er geen Hoop bestaat zonder Vrees, noch Vrees zonder Hoop (gelijk wij te zijnerplaatse nog breedvoeriger zullen uiteenzetten), en aangezien wij bovendien een zaak, voorzoover wij haar hopen of vreezen, ook liefhebben of haten. Daarom zal een ieder gemakkelijk al wat wij over Liefde en Haat gezegd hebben op Hoop en Vrees kunnen toepassen. (Suchtelen - nl)

3, prop 50, sc  - Las cosas que son por accidente causa de esperanza o de miedo se llaman buenos o malos presagios. Además, en cuanto esos presagios son causa de esperanza o miedo, en esa medida (por la definición de "esperanza" y de "miedo": verla en el Escolio 2 de la de la Proposición 18 de esta Parte) son causa de alegría o de tristeza, y, consiguientemente (por el Corolario de la Proposición 15 de esta Parte), los amamos u odiamos, y (por la Proposición 28 de esta Parte) nos esforzamos por emplearlos como medios en orden a lo que esperamos, o por apartarlos como obstáculos o causas de miedo. Además, de la Proposición 25 de esta Parte se sigue que estamos constituidos, por naturaleza, de tal modo, que creemos fácilmente lo que esperamos, y difícilmente lo que tememos, y estimamos, respectivamente, en más o en menos de lo justo esas cosas. De ello han surgido las supersticiones, cuyo acoso sufren los hombres en todas partes. Por lo demás, no creo que valga la pena mostrar aquí las fluctuaciones que brotan de la esperanza y el miedo, toda vez que de la sola definición de esos afectos se sigue que no hay esperanza sin miedo ni miedo sin esperanza (como explicaremos más ampliamente en su lugar), y puesto que, además, en cuanto esperamos algo o le tenemos miedo, en esa medida lo amamos u odiamos, y, de esta suerte, todo cuanto hemos dicho acerca del amor y el odio podrá aplicarlo cada cual fácilmente a la esperanza y el miedo. (Peña - es)

3, prop 50, sc  - On appelle bons ou mauvais présages les choses qui par accident sont causes d'Espoir ou de Crainte. En tant qu'ils sont causes d'Espoir ou de Crainte, ces présages sont en outre (par la Définition de l'Espoir et de la Crainte qu'on verra au Scolie 2 de la Proposition 18) causes de Joie ou de Tristesse, et par conséquent (par le Corollaire de la Proposition 15) nous les aimons ou les haïssons comme tels et (par la Proposition 28) nous nous efforçons de les utiliser comme moyens d'accéder à nos fins, ou de les écarter comme obstacles ou sources de Craintes. Il suit en outre de la Proposition 25 de cette Partie, que nous sommes par nature constitués de telle sorte que nous croyons aisément ce que nous espérons et difficilement ce que nous craignons, et que nous sommes amenés à le surestimer ou à le sous-estimer. C'est de là que sont nées partout les Superstitions qui tourmentent les hommes. Je ne pense pas d'ailleurs qu'il soit utile d'énumérer les fluctuations de l'âme qui naissent de l'Espoir et de la Crainte, dès lors qu'il suit de la seule définition de ces affects qu'il n'y a pas d'Espoir sans Crainte, ni de Crainte sans Espoir (comme nous l'expliquerons mieux en son temps) ; et puisque nous aimons ou haïssons les choses en tant que nous les espérons ou les craignons, chacun pourra aisément appliquer à l'Espoir et à la Crainte ce que nous avons dit de l'Amour et de la Haine. (Misrahi - fr)

3, prop 18, sc 2 - Durch das soeben Gesagte verstehen wir, was Hoffnung, Furcht, Zuversicht, Verzweiflung, Freude und Gewissensbiß sind. Hoffnung ist nämlich nichts anderes als unbeständige Lust, entsprungen aus der Vorstellung eines zukünftigen oder vergangenen Dinges, über dessen Ausgang wir im Zweifel sind. Furcht dagegen ist unbeständige Unlust, ebenfalls entsprungen aus der Vorstellung eines zweifelhaften Dinges.Wenn nun der Zweifel bei diesen Affekten schwindet, so wird aus Hoffnung Zuversicht, aus Furcht Verzweiflung, nämlich Lust oder Unlust, entsprungen aus der Vorstellung eines Dinges, das wir gehofft oder gefürchtet haben. Freude sodann ist Lust, entsprungen aus der Vorstellung eines vergangenen Dinges, über dessen Ausgang wir im Zweifel waren. Gewissensbiß endlich ist Unlust, welche der Lust entgegengesetzt ist.

3, prop 15, cor  - Deshalb allein schon, weil wir ein Ding mit dem Affekt der Lust oder Unlust betrachtet haben, können wir es lieben oder hassen, obgleich es nicht selbst die wirkende Ursache dieser Affekte ist.

3, prop 28 - Alles, wovon wir uns vorstellen, daß es zur Lust beiträgt, suchen wir zu fördern, um seine Verwirklichung herbeizuführen. Alles hingegen, wovon wir uns vorstellen, daß es jenem widerstrebt oder daß es zur Unlust beiträgt, suchen wir zu entfernen und zu zerstören.

3, prop 25 - Wir sind bestrebt, von uns und von einem geliebten Gegenstand alles das zu bejahen, wovon wir uns vorstellen, daß es uns oder den geliebten Gegenstand mit Lust erregt, und dagegen alles das zu verneinen, wovon wir uns vorstellen, daß es uns oder den geliebten Gegenstand mit Unlust erregt.

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