EthicaDB •   Edizione digitale e multilingue dell'Etica di Spinoza

propositio 42

Pars 2, prop 42
Latin | Appuhn - fr | Elwes - en | Peri - it | Suchtelen - nl | Peña - es | Misrahi - fr  |  alto ^

Die Erkenntnis zweiter und dritter Gattung, nicht die Erkenntnis erster Gattung, lehrt uns das Wahre vom Falschen unterscheiden.

Secundi et tertii et non primi generis cognitio docet nos verum a falso distinguere.

Secundi et tertii et non primi generis cognitio docet nos verum a falso distinguere.

La connaissance du deuxième genre et du troisième, non celle du premier genre, nous enseigne à distinguer le vrai du faux. (Appuhn - fr)

Knowledge of the second and third kinds, not knowledge of the first kind, teaches us to distinguish the true from the, false. (Elwes - en)

La conoscenza del secondo e del terzo genere ci insegna a distinguere il vero dal falso; non così la conoscenza del primo genere. (Peri - it)

Niet de kennis van de eerste, maar die van de tweede en derde soort leeren ons waarheid van valschheid onderscheiden. (Suchtelen - nl)

El conocimiento del segundo y tercer género, y no el del primero, nos enseña a distinguir lo verdadero de lo falso. (Peña - es)

C'est la connaissance du second et du troisième genre, et non celle du premier genre qui nous apprend à distinguer le vrai du faux. (Misrahi - fr)

demonstratio by 2, prop 40, sc 2

Latin | Appuhn - fr | Elwes - en | Peri - it | Suchtelen - nl | Peña - es | Misrahi - fr

2, prop 42, demo  - Dieser Lehrsatz erhellt von selbst. Denn wer zwischen demWahren und Falschen zu unterscheiden weiß, muß eine adäquate Idee des Wahren und Falschen haben; d.h. (nach der 2. Anmerkung zu Lehrsatz 40 dieses Teils), er muß das Wahre und Falsche nach der zweiten oder dritten Erkenntnisgattung erkennen.

2, prop 42, demo  - Haec propositio per se patet. Qui enim inter verum et falsum scit distinguere, debet adaequatam veri et falsi habere ideam hoc est (per II scholium propositionis 40 hujus) verum et falsum secundo aut tertio cognitionis genere cognoscere.

2, prop 42, demo  - Cette proposition est évidente par elle-même. Qui sait distinguer, en effet, entre le vrai et le faux, doit avoir du vrai et du faux une idée adéquate, c'est-à-dire (Scolie 2 de la Prop. 40) connaître le vrai et le faux par le deuxième genre de connaissance ou le troisième. (Appuhn - fr)

2, prop 42, demo  - This proposition is self-evident. He, who knows how to distinguish between true and false, must have an adequate idea of true and false. That is (II. xl., note ii.), he must know the true and the false by the second or third kind of knowledge.
(Elwes - en)

2, prop 42, demo  - Questa Proposizione è evidente per se stessa. Chi infatti sa distinguere fra il vero e il falso deve avere un'idea adeguata del vero e del falso, cioè (P. II, Chiarim. 2° d. Prop. 40) deve conoscere il vero e il falso mediante il secondo o il terzo genere di conoscenza. (Peri - it)

2, prop 42, demo  - Deze Stelling is vanzelf duidelijk. Immers wie tusschen waarheid en valschheid weet te onderscheiden, moet een adaequate voorstelling hebben omtrent wat waar of valsch is, d.w.z. (vlg. Opmerking II St. XL v.d. D.) hij moet waarheid en valschheid kennen met de kennis van de tweede of derde soort. (Suchtelen - nl)

2, prop 42, demo  - Esta Proposición es evidente por sí misma. En efecto: quien sabe distinguir entre lo verdadero y lo falso debe tener una idea adecuada de lo verdadero y lo falso, esto es (por el Escolio 2 de la Proposición 40 de esta Parte), conocer lo verdadero y lo falso por el segundo o el tercer género de conocimiento. (Peña - es)

2, prop 42, demo  - Cette Proposition est évidente par elle-même. En effet, celui qui sait distinguer le vrai et le faux doit avoir une idée adéquate du vrai et du faux; c'est-à-dire (par le Scolie 2 de la Proposition 40), qu'il doit connaître le vrai et le faux par le second ou le troisième genre de connaissance. (Misrahi - fr)

2, prop 40, sc 2 - Aus allem, was im vorstehenden gesagt ist, erhellt deutlich, daß wir vieles erfassen und allgemeine Begriffe bilden. 1. Aus den Einzeldingen, die durch die Sinne verstümmelt, verworren und ohne Ordnung sich dem Verstand darstellen (s. Zusatz zu Lehrsatz 29 dieses Teils). Daher pflege ich eine solche Auffassung »Erkenntnis aus vager Erfahrung« zu nennen; 2. aus Zeichen, z.B. daraus, daß wir beim Hören oder Lesen von Worten uns der betreffenden Dinge erinnern und gewisse Ideen von ihnen bilden, denen ähnlich, durch welche wir die Dinge vorstellen (s. Zusatz zu Lehrsatz 18 dieses Teils). Diese beiden Arten, die Dinge zu betrachten, werde ich künftig Erkenntnis erster Gattung, Meinung oder Vorstellung nennen; 3. endlich daraus, daß wir Gemeinbegriffe und adäquate Ideen von den Eigenschaften der Dinge haben(s. Zusatz zu Lehrsatz 38, Lehrsatz 39 und dessen Zusatz und Lehrsatz 40 dieses Teils). Diese Art werde ich Vernunft oder Erkenntnis zweiter Gattung nennen. Außer diesen zwei Erkenntnisgattungen gibt es, wie ich im folgenden zeigen werde, noch eine andere dritte welche ich das intuitive Wissen nennen werde. Diese Gattung des Erkennens schreitet von der adäquaten Idee des formalenWesens einiger Attribute Gottes zur adäquaten erkenntnis desWesens der Dinge. Das alles will ich an einem Beispiel erläutern. Es sind z.B. drei Zahlen gegeben, um eine vierte zu erhalten, welche sich zur dritten verhält wie die zweite zur ersten. Ein Kaufmann wird ohne Bedenken die zweite mit der dritten multiplizieren und das Produkt mit der ersten dividieren. Er hat nämlich noch nicht vergessen, was er vom Lehrer, ohne irgendeinen Beweis, gehört hat; oder er hat es an sehr einfachen Zahlen erprobt; oder auf Grund des Beweises im 7. Buch, Lehrsatz 19 des Euklid, nämlich aus der allgemeinen Eigenschaft der Proportionen. Bei sehr einfachen Zahlen dagegen bedarf es dergleichen nicht. Wenn z.B. die Zahlen 1, 2, 3 gegeben sind, so sieht jeder, daß die vierte Proportionszahl 6 ist, und das viel deutlicher, weil wir aus dem Verhältnis selbst zwischen der ersten und der zweiten Zahl, das wir auf den ersten Blick (intuitiv) wahrnehmen, die vierte folgern.

0.0117